Es gibt Tage, da möchte ich vor Wut schreien bis ich heiser bin.
Es gibt Tage, da möchte ich so lange weinen bis keine Tränen mehr da sind.
Es gibt Tage, da möchte ich keinem Menschen begegnen.

Das sind die Tage,an denen mich der Zustand dieser Erde, der Umgang der Menschen mit ihrem Lebensraum und der Umgang der Menschen miteinander, mein zeitweiser Umgang mit meinen Mitmenschen eingeschlossen, schier erdrückt.

Es gibt Tage, da möchte ich mich nur schütteln vor Lachen,
da möchte ich nur strahlen und lieben,
da möchte ich nur dankbar sein für alles was war, ist und kommt,
da möchte ich mir kein Urteil über andere erlauben,
da möchte ich nur tatkräftig Sinnvolles tun,
da möchte ich nur Schabernack treiben.

Das sind die Tage, an denen ich in meiner Kraft bin.
Das sind die Tage, an denen ich sehen kann, wie schön es ist, zu sein.

Ich bin.
Ich bin ein Mensch.
Ich bin Lena.

Die Wut, die Trauer und der Hass können mich manchmal ganz schön lahm legen.
Die Lebensfreude, die Liebe, die Kraft und die Dankbarkeit sind die Regungen in mir, die mich antreiben.
Sie treiben mich zum Beispiel an, nach Antworten auf folgende Fragen zu suchen:

Wie kann eine gesellschaftliche Transformation hin zu einer vielfältigen, lebenswerten und enkeltauglichen Welt gelingen?
Wie können Menschheit und Natur wieder miteinander verbunden ,wieder eins werden, wo doch der Lebensraum des Menschen die Natur ist und die Menschen erst mal natürlich sind, also ein Teil der Natur?
Welche Fähigkeiten braucht der Mensch in den Wirren des schnellen, unübersichtlichen bis undurchsichtigen 21. Jahrhunderts?
Kann ich selbst Antwort sein auf meine Fragen oder die Antworten, zumindest so gut ich kann, umsetzen und leben?
Als ich noch als Krankenschwester arbeitete, gab es Tage der Wut, der Tränen und des Menschenhasses weil ich inmitten des Treibens oft keine Antworten, keine Auswege finden konnte.
Als ich mich mehr und mehr verschiedenen Systemen entzog, handlungsautonomer wurde und erkannte, dass ich meine Fähigkeiten und Kräfte an undendlich vielen Stellen sinnvoll einsetzen kann, da flossen schon eher mal Freudentränen als Tränen der Trauer.
Als ich die Permakultur kennen lernte, verliebte ich mich in sie. Wir werden hoffentllich bis an mein Lebensende gemeinsame Sache machen, sie und ich…
Als ich vom Lernpfad und dem wilden Gestalten vernahm, überkam mich ein wohliges Kribbeln !

Kann ich hier weitere Antworten finden?
Mein Netztwerk erweitern?
Meine Fähigkeiten vertiefen?
Ideen für gesellschaftliche Transformationen gewinnen und diese in die Welt hinaus tragen?
Lernen, wie man in Systemen fruchtbare Samen der Veränderung sät?
Kann ich hier einfach so sein wie ich bin?
Was auch immer der Lernpfad für uns bereit hält, ich bin jetzt hier und gehe auch so schnell nicht wieder weg. Nicht umsonst habe ich mir diesen ganzen Text aus den Fingern gesogen ?

In Vorfreude darauf, den Worten Taten folgen zu lassen und wild zu gestalten,
Lena